Einladung zur Ortsbildmesse in Grieskirchen am kommenden Wochenende (Samstag 24. und Sonntag 25. August)
Ortsentwicklung: Am aktivsten ist Moosbach
Keine Gemeinde im Innviertel ist so kreativ und fleißig in der Ortsentwicklung wie Moosbach. Auch heuer ist eine Vielzahl von Projekten geplant.
Seit zehn Jahren gibt es die Ortsentwicklung in Moosbach, und in dieser Zeit hat sich das Dorf sichtbar verändert. Mit der Restaurierung der Thalleidl-Kapelle hatte es seinen Anfang genommen, dann folgte eine Baumaßnahme nach der anderen. So wurden der Dorfplatz gestaltet, der Verkehr beruhigt und das Kriegerdenkmal versetzt. „Moosbach ist die aktivste Ortsentwicklungs-Gemeinde im Innviertel“, fällt deshalb auch das Lob von Wolfgang Danninger, dem Leiter der Dorfentwicklungsabteilung des Landes, äußerst positiv aus. Zu den vielen Projekten, die das kreative Team um Obmann Gottfried Eiblmeier mit Unterstützung der Gemeinde in Angriff nahm, zählen weiters der Moosbacher Geschichtslehrpfad (20 Tafeln im gesamten Gemeindegebiet über die 1000-jährige Geschichte von Moosbach), die Neuordnung der Hausnummern und Ortschaften, die Errichtung einer Nahwärmeheizung, die Neuerrichtung der 500 Jahre alten Mautkapelle in Matzelsberg, die Organisation des Adventmarkts und des Festes Brauchtum-Kunst-Kultur sowie die Anlage eines Schulwaldes. Für dieses Projekt wurde Moosbach beim Ideenwettbewerb des Landes mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Außerdem hat sich der Verein zehn Mal aktiv an den Ortsbildmessen des Landes beteiligt. Doch auch in Zukunft hat sich der Verein jede Menge vorgenommen: Die Planungen für den Neubau des Hofmarksaales im Ortszentrum stehen bereits, der Baubeginn ist noch nicht fix. Noch heuer soll das Leaderprojekt „Natur erleben – Natur verstehen. Naturraum Moosbachtal“ begonnen werden. Darüber hinaus hat sich auch der Arbeitskreis Gesunde Gemeinde dem Ortsentwicklungsverein angeschlossen, sehr aktiv ist auch die Arbeitsgruppe „Ökologie-Umwelt-Energiesparen“. Bereits im Vorjahr wurde am Dach des Gemeindeamts und bei der Volksschule eine Fotovoltaikanlage installiert. (Anmerkung: Auszug aus einem Bericht der OÖ-Nachrichten vom 4. März 2010, das sicherlich auch heute noch gültig ist).
Zur Geschichte:
Dorfentwicklung und Kulturgut- Erhaltung ist in Moosbach Realität

Der Beschluss sich als Dorferneuerungsgemeinde zu bewerben wurde nach dem Besuch der Ortsbildmesse in Steinbach an der Steyr im September 1998 gefasst. Bei einem Informationsabend mit Hofrat Danninger und Moderator Moser, wurde der Gemeindebevölkerung erklärt, worum es bei der Dorfentwicklung geht. Dabei wurde vielen klar, dass der ländliche Raum sehr wohl Zukunft hat. So haben sich zwanzig engagierte Bürgerinnen und Bürger bereit erklärt, bei der Entwicklung der Gemeinde- unabhängig von parteipolitischer Einstellung oder Zugehörigkeit- ihre Ideen und Wünsche einzubringen. Bei der Auswertung der Verbesserungsvorschläge, die beim Informationsabend gesammelt wurden, kam es zur Bildung von vier themenbezogenen Projektgruppen:

Projektgruppe Infrastruktur: Obmann: Erich Fink
Projektgruppe Brauchtum, Geschichte, Kultur, Bildung: Obmann: Johann Strasser
Projektgruppe Kinder, Jugend, Freizeit: Obfrau: Karer-Gast Marianne
Projektgruppe Soziale Dienste, Dorfgemeinschaft: Obfrau: Bruckbauer Ursula

Die Projekte und Umsetzungsaktivitäten beziehen sich in Zukunft auf diese vier Säulen.

Die Sanierung der Thalleidlkapelle
(Verfasser Franz Maier)

Zur Ausgangslage
Im Frühjahr 2000 bot sich die Thalleidlkapelle in Reisach in sehr bedenklichem Zustand dar: Das Blechdach des Turmes war zum Teil abgetragen, zum teil so verrostet und löcherig, daß durch Witterungseinflüsse, verstärkt noch durch die exponierte Lage des Bauwerkes, die darunterliegende Holzkonstruktion schon sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Auch das Schindeldach der Kapelle selbst war schadhaft, so daß im Bereich der Apsis und unterhalb des Turmes der Dachstuhl schwere Schäden aufwies. Die Stützpfeiler an der Apsis, sowie die Fassadentürmchen waren teilweise ohne Bedeckung, wodurch am Mauerwerk starke Wasser- und Frostschäden entstanden. Die westwärts gerichtete Eingangstür brach einseitig aus den Angeln, die Schalllöcher des Turmes standen offen, und liesen Wind und Regen ein. Da das Fundament der Kapelle nur aus Ziegel und Konglomeratsteinen bestand, war es zu Setzungen gekommen, Risse durchzogen die Mauern und Gewölbe. Die schlechte Fundamentierung war auch für die Feuchtigkeit des Mauerwerkes und der daraus resultierenden Schäden an Ziegeln und Verputz verantwortlich. Desgleichen hatte die Bestuhlung dadurch stark gelitten.

Im Gesamten gesehen, wäre die Thalleidlkapelle ohne Sanierung sehr bald akut einsturzgefährdet gewesen; - und damit wohl der Abbruch in die Wege geleitet worden. Die Generalsanierung Am 4. April 2000 begannen die Arbeiten nach Planung und Vorbereitung durch das Bauunternehmen Huber-Wimmer und Statiker Dipl. Ing. Six. Nach dem Entfernen der Bestuhlung, des Altares, sowie der übrigen Inneneinrichtung wurde innen und außen der gesamte verputz abgeschlagen und die Holzkonstruktion des Turmdaches abgenommen. Daraufhin mußte das Mauerwerk des Turmes ausgebessert und durch Stahltraversen gesichert werden. Desgleichen wurde das Hauptgewölbe durch Einbau einer Stahlkonstruktion mit Spannverschraubung stabilisiert. Als nächste Arbeitschritte folgten die Abnahme der Dachschindel, teilweise Erneuerung des Dachstuhles, Verschalung mit Holz und Folie, sowie die neue Lattung. Die neue Holzkonstruktion des Turmdaches wurde mit Hilfe eines Autokranes von der Fa. Huber-Wimmer aufgesetzt. Umfangreiche Spenglerarbeiten in Kupferblech an den Gesimsen, Fassadentürmchen und am Turm gingen der eigentlichen Deckung des Hauptdaches mit neuen Biberschwanzschindeln voraus. Hier hat die Fa. Uttenthaler gute Arbeit geleistet. Anschließend wurden Turm obere Frontfassade und das umlaufende Gesims verputzt, die Schallöcher des Turmes mit Jalousien versehen, sowie weitere kleinere Arbeiten erledigt. Damit neigte sich das Jahr 2000 dem Ende zu. Das Frühjahr 2001 begann mit der grundlegenden Erneuerung des Fundamentes. Diese Arbeiten gestalteten sich sehr schwierig und aufwendig, da mit Rücksicht auf das brüchige Mauerwerk lediglich in kleinen Abschnitten von 60 - 100 cm vorgegangen werden konnte. Doch nun ruht die Kapelle auf einem 65-70 cm starken und 1,5 m hohen Fundament, welches etwa einen Meter eingetieft und zum Mauerwerk hin mit guter Isolierung versehen ist. Gleichzeitig wurden an den jeweiligen Teilstücken die Mauerschäden beseitigt und ausbrechende Ziegel ersetzt. Das Fundament erhielt eine Schotterhinterfüllung, in welche auch eine Drainagierung und die Ableitung der Traufenwässer mit Ablauf in die nahe Straßenkanalisation eingearbeitet wurde. Anschließend wurden die nach den alten Vorbildern neu angefertigten Fensterstöcke eingesetzt und die Kapelle innen und außen mit einem Sanierputz nach Maßgabe der Fa. Baumit versehen. Eine besondere Herausforderung für die ausführenden Maurer stellten dabei die architektonischen Merkmale dieses Bauwerkes dar. Vor dem Abschlagen des alten Verputzes waren durch Herrn Seidl von allen Gewölberippen, Bögen, Gesimsen, Fenster- und Türumrahmungen, sowie den Putzstrukturen an der Außenwand genaue Zeichnungen angefertigt worden. Nach diesen und auch mit Hilfe von Fotos wurden nun Schablonen und Putzlehren erstellt, so daß es gelang, das ursprüngliche Erscheinungsbild auch in diesen Details wieder herzustellen.