Der
Beschluss sich als Dorferneuerungsgemeinde zu bewerben wurde nach dem
Besuch der Ortsbildmesse in Steinbach an der Steyr im September 1998
gefasst. Bei einem Informationsabend mit Hofrat Danninger und Moderator
Moser, wurde der Gemeindebevölkerung erklärt, worum es bei
der Dorfentwicklung geht. Dabei wurde vielen klar, dass der ländliche
Raum sehr wohl Zukunft hat. So haben sich zwanzig engagierte Bürgerinnen
und Bürger bereit erklärt, bei der Entwicklung der Gemeinde-
unabhängig von parteipolitischer Einstellung oder Zugehörigkeit-
ihre Ideen und Wünsche einzubringen. Bei der Auswertung der Verbesserungsvorschläge,
die beim Informationsabend gesammelt wurden, kam es zur Bildung von
vier themenbezogenen Projektgruppen:
Projektgruppe
Infrastruktur: Obmann: Erich Fink
Projektgruppe Brauchtum, Geschichte, Kultur, Bildung: Obmann:
Johann Strasser
Projektgruppe Kinder, Jugend, Freizeit: Obfrau: Karer-Gast Marianne
Projektgruppe Soziale Dienste, Dorfgemeinschaft: Obfrau: Bruckbauer
Ursula
Die Projekte und Umsetzungsaktivitäten beziehen sich in Zukunft
auf diese vier Säulen.
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Die Sanierung der Thalleidlkapelle
(Verfasser Franz Maier)
Zur Ausgangslage
Im Frühjahr 2000 bot sich die Thalleidlkapelle in Reisach in sehr bedenklichem
Zustand dar: Das Blechdach des Turmes war zum Teil abgetragen, zum teil
so verrostet und löcherig, daß durch Witterungseinflüsse, verstärkt noch
durch die exponierte Lage des Bauwerkes, die darunterliegende Holzkonstruktion
schon sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Auch das Schindeldach
der Kapelle selbst war schadhaft, so daß im Bereich der Apsis und unterhalb
des Turmes der Dachstuhl schwere Schäden aufwies. Die Stützpfeiler an
der Apsis, sowie die Fassadentürmchen waren teilweise ohne Bedeckung,
wodurch am Mauerwerk starke Wasser- und Frostschäden entstanden. Die westwärts
gerichtete Eingangstür brach einseitig aus den Angeln, die Schalllöcher
des Turmes standen offen, und liesen Wind und Regen ein. Da das Fundament
der Kapelle nur aus Ziegel und Konglomeratsteinen bestand, war es zu Setzungen
gekommen, Risse durchzogen die Mauern und Gewölbe. Die schlechte Fundamentierung
war auch für die Feuchtigkeit des Mauerwerkes und der daraus resultierenden
Schäden an Ziegeln und Verputz verantwortlich. Desgleichen hatte die Bestuhlung
dadurch stark gelitten. Im Gesamten gesehen, wäre die Thalleidlkapelle
ohne Sanierung sehr bald akut einsturzgefährdet gewesen; - und damit wohl
der Abbruch in die Wege geleitet worden. Die Generalsanierung Am 4. April
2000 begannen die Arbeiten nach Planung und Vorbereitung durch das Bauunternehmen
Huber-Wimmer und Statiker Dipl. Ing. Six. Nach dem Entfernen der Bestuhlung,
des Altares, sowie der übrigen Inneneinrichtung wurde innen und außen
der gesamte verputz abgeschlagen und die Holzkonstruktion des Turmdaches
abgenommen. Daraufhin mußte das Mauerwerk des Turmes ausgebessert und
durch Stahltraversen gesichert werden. Desgleichen wurde das Hauptgewölbe
durch Einbau einer Stahlkonstruktion mit Spannverschraubung stabilisiert.
Als nächste Arbeitschritte folgten die Abnahme der Dachschindel, teilweise
Erneuerung des Dachstuhles, Verschalung mit Holz und Folie, sowie die
neue Lattung. Die neue Holzkonstruktion des Turmdaches wurde mit Hilfe
eines Autokranes von der Fa. Huber-Wimmer aufgesetzt. Umfangreiche Spenglerarbeiten
in Kupferblech an den Gesimsen, Fassadentürmchen und am Turm gingen der
eigentlichen Deckung des Hauptdaches mit neuen Biberschwanzschindeln voraus.
Hier hat die Fa. Uttenthaler gute Arbeit geleistet. Anschließend wurden
Turm obere Frontfassade und das umlaufende Gesims verputzt, die Schallöcher
des Turmes mit Jalousien versehen, sowie weitere kleinere Arbeiten erledigt.
Damit neigte sich das Jahr 2000 dem Ende zu. Das Frühjahr 2001 begann
mit der grundlegenden Erneuerung des Fundamentes. Diese Arbeiten gestalteten
sich sehr schwierig und aufwendig, da mit Rücksicht auf das brüchige Mauerwerk
lediglich in kleinen Abschnitten von 60 - 100 cm vorgegangen werden konnte.
Doch nun ruht die Kapelle auf einem 65-70 cm starken und 1,5 m hohen Fundament,
welches etwa einen Meter eingetieft und zum Mauerwerk hin mit guter Isolierung
versehen ist. Gleichzeitig wurden an den jeweiligen Teilstücken die Mauerschäden
beseitigt und ausbrechende Ziegel ersetzt. Das Fundament erhielt eine
Schotterhinterfüllung, in welche auch eine Drainagierung und die Ableitung
der Traufenwässer mit Ablauf in die nahe Straßenkanalisation eingearbeitet
wurde. Anschließend wurden die nach den alten Vorbildern neu angefertigten
Fensterstöcke eingesetzt und die Kapelle innen und außen mit einem Sanierputz
nach Maßgabe der Fa. Baumit versehen. Eine besondere Herausforderung für
die ausführenden Maurer stellten dabei die architektonischen Merkmale
dieses Bauwerkes dar. Vor dem Abschlagen des alten Verputzes waren durch
Herrn Seidl von allen Gewölberippen, Bögen, Gesimsen, Fenster- und Türumrahmungen,
sowie den Putzstrukturen an der Außenwand genaue Zeichnungen angefertigt
worden. Nach diesen und auch mit Hilfe von Fotos wurden nun Schablonen
und Putzlehren erstellt, so daß es gelang, das ursprüngliche Erscheinungsbild
auch in diesen Details wieder herzustellen.
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